Erfahrungsbericht unserer ersten Urlaubsreise mit dem Elektroauto.

Wir haben Nachwuchs bekommen. Seit kurzem gehört der SKODA ENYAQ iV zur Familie Wiese.

Mit einem Elektroauto verreisen? Für manche unter uns bislang keine besonders verlockende Option. Das kann daran liegen, dass man kein Elektroauto sein Eigen nennen kann und wenn doch, dann überkommt so manch einen die vielleicht recht die sogenannte „German Reichweitenangst“.

Wikipedia definiert das so: „Reichweitenangst ist die Angst des Fahrers (insbesondere beim Fahren mit einem Elektrofahrzeug), dass die Reichweite seines Fahrzeugs zur Beendigung der aktuellen Fahrt nicht ausreichend sein könnte, d. h. wegen leerer Batterie auf der Strecke, fernab der Aufladeinfrastruktur, liegen zu bleiben.“

Ganz unvoreingenommen treten wir also unseren Sommerurlaub 2021 Richtung Norden an.

Das Ziel

Ziel des Familientrip ist es, die 290 km bis zum Zielort in Kiel mit dem Elektroauto zurückzulegen. Navigationssystem, Zieleingabe „Seehafen Kiel“.

Die Vorbereitung

Neben den normalen Reisevorbereitungen habe ich mir einen Überblick über das Ladenetz und mögliche Ladepunkte gemacht.

Das Auto

Das E-Auto ist ein SKODA ENYAQ iV mit 55 kWh Batterie und einer realistischen Reichweite von etwa 340 km mit einer Fahrgeschwindigkeit von etwa 100 km/h. Aufladbar ist der SKODA ENYAQ über einen sogenannten CHAdeMO-Schnelllader. Alternativ lässt sich der Wagen über Ladesäulen mit Typ 2 Ladestecker (Wechselstrom) oder an der Haushaltsteckdose laden, sodass innerhalb einer Nacht der komplett leergefahrene Akku wieder aufgeladen werden könnte.

Die Reise mit unserem E-Auto beginnt

Wir starten in Bad Münder und haben lt. Anzeige eine Kapazität von 250 km. Doch kaum auf der Autobahn, schnellt die Ladeanzeige stetig nach unten. Die Nutzung der Klimaanlage trägt ihr Übriges dazu bei. Also halten wir in der App Ausschau nach der nächsten Lademöglichkeit und machen nach 140 km Autobahnfahrt Halt in Bispingen. In 20 Minuten haben wir den Akku auf stolze 80% geladen. Das schnelle Laden geht per Schnellladesäule mit einem sogenannten CHAdeMo-Anschluss.

CHAdeMO-Schnelllader: Dieser ermöglicht Laden mit Gleichstrom. So ist es möglich innerhalb kürzester Zeit den Akku wieder aufzuladen. Im Falle des Trios auf seinem Roadtrip hat die Zeit sich in jedem Fall gelohnt: Sie haben die „Ladeweile“ mit einem kleinen Shoppingtrip vertrieben.

Weiter geht’s, die Restfahrzeit zum Ankunftsort haben wir gemütlich mit dem fast lautlosen Fahren genossen.

Vor Ort:

Laden kann einfach sein – muss es aber nicht

Wir mussten feststellen, dass Ladesäulen häufiger belegt sind. Manche Apps zeigen den Status „frei/belegt“ an, aber leider nicht alle. Also fahren wir daraufhin einen Lidl-Markt an. Dort kann jedermann kostenlos laden. Eine kleine Belohnung ist für uns und ein bisschen Umsatz für den Markt dabei herausgekommen. Auch nicht schlecht.

Es gibt also verschiedenste Möglichkeiten der Abrechnung, leider mit keiner einheitlichen Lösung. Die Abrechnung erfolgt entweder über eine APP, Ladekarte, Kreditkarte oder sogar die Mobilfunkabrechnung. Das bedarf in den Anfängen Geduld und Zeit der Einrichtung.

Das Fazit

Nicht nur die Im Verhältnis zu einem Verbrenner ist ein Elektroauto in den Betriebskosten extrem günstig, da es keinerlei Ölwechsel, Zahnriemen- oder Keilriemenwechsel benötigt. Ebenso wird durch die Rekupation enorm Bremsbelagmaterial gespart, so dass Bremsbelag- bzw Bremsscheibenwechsel erst (im Falle unseres Wagens) nach etwa 80 000 bis 100 000 km nötig sind.

Als ebenso positiv empfinde ich die neu gelernte Art des Reisens, mit Pausen, die während des Ladevorganges zum kurzen Verweilen bei einer gemütlichen Tasse Kaffee oder „Füße vertreten“ einlädt.

Für Stadtfahrten ist das Fahren mit E-Mobilität sehr komfortabel, wenn weitere Strecken geplant sind, bedarf es einer Planung

Nach einer wertvoll verbrachten Urlaubszeit mit der Familie treten wir entspannt und voller neuer Eindrücke die Heimfahrt an.

Mit der Erfahrung und Berücksichtigung unseres neuen Wissens freuen uns auf unsere nächste Tour.

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